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Klang in Bewegung | Konzertreihe Neue Musik Live 1

September 10. | 19:00 – 21:00

Am ersten Abend der Konzertreihe „Neue Musik Live“ begegnen sich drei zeitgenössische ungarische Orchesterwerke: Iván Madarász‘ Echo, Balázs Horváths I got Riff und Gyula Bánkövis LOCO.


Programm

Iván Madarász: Echo

Balázs Horváth: I got Riff

Gyula Bánkövi: LOCO

Dirigent

Gregory Vajda


Die Konzertreihe „Neue Musik Live“ rückt die Offenheit des Savaria Symphonieorchesters gegenüber zeitgenössischer Musik in den Mittelpunkt. Ungarische Komponisten, frische musikalische Ideen, neue Klangwelten und aktuelle Fragestellungen treffen hier aufeinander – live im Konzertsaal und als Online-Übertragung.

Der Titel des ersten Konzerts, Klang in Bewegung, bringt den Charakter des Abends auf den Punkt: Klang ist an diesem Abend keine statische Substanz, sondern Prozess, Schwung, Echo, Rhythmus und musikalische Geste. Die drei Werke nähern sich der zeitgenössischen Orchesterklangwelt aus drei unterschiedlichen Richtungen – gemeinsam ist ihnen jedoch die Neugier, die Verspieltheit und die ständige Bewegung der musikalischen Energien.

Iván Madarász‘ Echo entstand in den 1980er-Jahren für das Kammerorchesterfestival von Veszprém. Wie der Titel andeutet, baut die Komposition auf einem akustischen Phänomen auf: der Wirkung des Echos. Für die Aufführung des Werks wird sogar die übliche Sitzordnung des Orchesters verändert – eine kleinere Instrumentengruppe positioniert sich am anderen Ende des Saals, hinter dem Rücken des Dirigenten, sodass das musikalische Material echte räumliche Antworten und Echos erzeugt.

Das Besondere an Echo ist, dass den Musikerinnen und Musikern eine persönlichere und kreativere Rolle zukommt als sonst. Tempo und Rhythmus der zu spielenden Motive sind nicht immer genau in der Partitur festgelegt: Innerhalb des vorgegebenen Rahmens gestalten die Instrumentalisten den Klang selbst. Dies ist eine Form der Aleatorik, bei der der Komponist die Interpreten gleichsam als Mitschöpfer betrachtet. Gerade deshalb kann jede Aufführung des Werkes anders sein – und ist doch immer mit der gleichen Klangwelt, dem gleichen Nachklangerlebnis verbunden.

Balázs Horváths Komposition I got Riff ist für Symphonieorchester, Elektronik und Video geschrieben. Inspiriert wurde das Werk von einer erhaltenen Aufnahme George Gershwins, auf der dieser sein eigenes Stück I got Rhythm spielt. Horváth fesselten dabei die Leichtigkeit der Aufnahme, ihr sich steigernder Schwung sowie der sich wiederholende und zugleich ständig wandelnde Charakter der Riffs.

Im Stück zerfällt das musikalische Material der Gershwin-Aufnahme in kleinste Elemente, geradezu Splitter, aus denen sich anschließend die eigenen Motive des Komponisten neu zusammensetzen. I got Riff ist somit zugleich Hommage, Reflexion und spielerische Neuinterpretation: Jazzige Gesten aus der Vergangenheit erklingen in einem zeitgenössischen, groß besetzten Orchesterklang, erweitert um Elektronik und Video. An der Erstellung des Ton- und Videomaterials wirkte Péter Mári mit.

Gyula Bánkövis Werk LOCO geht von der Welt der Lokomotiven, Züge und Eisenbahnklänge aus. Das Stück entstand anlässlich der zweihundertjährigen Geschichte des Eisenbahnpersonenverkehrs, ist jedoch keine bloße Klangmalerei: Auch die persönliche Eisenbahnbegeisterung des Komponisten, seine Kindheitserinnerungen an die Bahn und der charakteristische Klang verschiedener Lokomotiven finden darin musikalische Gestalt.

LOCO ruft unterschiedliche Zugtypen und Bewegungsformen wach: einen schnaufenden Personenzug, eine Diesellok, Elektro- und Magnetbahnen, aneinander vorbeifahrende Züge. Die Komposition wird durch besondere Klangeffekte bereichert, die musikalischen Materialien schieben sich blockartig übereinander, als würden verschiedene Fahrzeuge, Rhythmen und Klangschichten aneinander vorbeiziehen. Der Titel ist mehrdeutig: Er kann sich auf die Lokomotive, auf Bewegung beziehen – als musikalischer Begriff aber auch darauf, dass der Ton in der Höhe erklingen soll, wo der Komponist ihn notiert hat, und nicht in einem anderen Register.

Den Abend dirigiert Gregory Vajda, der als künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Neue-Musik-Live“ nicht nur den musikalischen Ablauf steuern, sondern dem Publikum auch die gedanklichen Wege zu den zeitgenössischen Werken eröffnet.

Drei ungarische Orchesterwerke an einem Abend: Echos, Riffs, Lokomotiven, Rhythmen und Klänge – die Energien der Musik der Gegenwart im Bartók-Saal und online.

2000FT

Savaria Szimfonikus Zenekar

+36 (94) 314 472

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Bartók Terem

Rákóczi u.3.
Szombathely, Vas megye 9700 Magyarország
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