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Englische Geheimnisse – Symphonie-Abo 7 (11. Januar)
Januar 16. | 19:00 – 21:00
Am 16. Januar erklingt im Bartók-Saal die geheimnisvolle und vielschichtige Welt der englischen Komponisten. Beim siebten Konzert des Symphonie-Abos des Savaria Symphonieorchesters dirigiert Gabriel Hollander. Solistin des Abends ist die international anerkannte Sopranistin Hannah Dienes-Williams aus London. Ein besonderer Höhepunkt des Konzerts ist die Uraufführung von Sebastian Blacks Werk Unmentionable Scenes für Sopran und Orchester.

Hannah Dienes-Williams
Programm
Gustav Holst: Ballettsuite Es-Dur op. 10
Sebastian Black: Unmentionable Scenes – Uraufführung
Edward Elgar: Enigma-Variationen, op. 36
Englische musikalische Geheimnisse und neue Entdeckungen
Das Konzert eröffnet einen faszinierenden Einblick in die Welt der englischen Musik. Das Programm beginnt mit Gustav Holsts selten aufgeführter, von jugendlicher Energie geprägter Ballettsuite, die eindrucksvoll zeigt, wie vielseitig der Komponist bereits zu Beginn seiner Laufbahn war.
Im Mittelpunkt des Abends steht die Uraufführung von Sebastian Blacks neuem Werk Unmentionable Scenes. Die Komposition entstand im Rahmen des Mentorenprogramms der Péter-Eötvös-Stiftung für zeitgenössische Musik und präsentiert die sensible und zugleich entschlossene Klangsprache eines jungen britischen Komponisten mit einer markanten, eigenen Stimme. Den Solopart übernimmt Hannah Dienes-Williams, die auf Empfehlung von Barbara Hannigan zu den herausragenden jungen Solistinnen der internationalen Konzertszene zählt.
Im zweiten Teil des Konzerts erklingen Edward Elgars legendäre Enigma-Variationen – ein Werk, dessen Uraufführung im Jahr 1899 vom ungarischen Dirigenten Hans Richter geleitet wurde. Diesmal steht Gabriel Hollander, der junge belgische Dirigent, am Pult des Orchesters.
Sebastian Black – Unmentionable Scenes
Unmentionable Scenes ist eine Adaption von drei Fällen aus den Gerichtsprotokollen des Old Bailey (1674–1913). Dieses Quellenmaterial gilt als „die größte jemals veröffentlichte Textsammlung über das Leben nicht-elitärer Bevölkerungsschichten und umfasst insgesamt 197.752 Verhandlungen, die am zentralen Strafgerichtshof Londons stattfanden“. Die ausgewählten Fälle erstrecken sich über einen Zeitraum von 235 Jahren und repräsentieren die gesamte historische Spannweite der Protokolle – von den frühesten bis zu den spätesten Beispielen.
Aus diesem überwältigenden und vielschichtigen Material wurden drei klar voneinander abgegrenzte Fälle ausgewählt. Jeder von ihnen umfasst zwei Figuren, sodass die Sopranistin – ergänzt durch eine Erzählerfigur – insgesamt sieben Rollen verkörpert: den Erzähler der Proceedings, das Gericht, ein Mädchen, einen Polizeiinspektor, einen Gefangenen, ein abscheuliches Monster und einen Hund. Das daraus entstehende Werk lässt sich als eine Art kurze Ein-Personen-Oper oder Kantate beschreiben.
Obwohl der Text nahezu vollständig auf den Originalquellen basiert, wurden zur Unterstützung des dramatischen Flusses einzelne Wörter ergänzt, während andere Passagen gekürzt oder weggelassen wurden. Darüber hinaus finden sich im Werk auch Textfragmente aus Hokusais Der Traum der Fischerfrau (1814), in französischer Übersetzung.
„Ich möchte all jenen danken, die zur Verwirklichung dieses Projekts beigetragen haben: Gregory Vajda von der Péter-Eötvös-Stiftung für seine Einsichten und seinen Enthusiasmus; Gabriel Hollander, der während einer Phase kompositorischen Stresses lediglich einen einzigen panischen Anruf von mir erhielt; Barbara Hannigan – sowie den Equilibrium Young Artists – für ihre außergewöhnliche Großzügigkeit und künstlerische Exzellenz; sowie der Vaughan Williams Foundation in London für ihre Unterstützung dieses Projekts. Vor allem aber gilt mein tief empfundener Dank dem inzwischen verstorbenen Péter Eötvös, der mich für dieses außergewöhnliche Mentoring Programm ausgewählt und mir die Möglichkeit gegeben hat, ein Werk in solchem Umfang zu schaffen. Eine derart langfristige Begleitung und Förderung ist für einen jungen Komponisten äußerst selten – sie war schlichtweg außergewöhnlich, und dafür werde ich mein gesamtes Berufsleben lang dankbar sein.“
Mitwirkende
Solistin: Hannah Dienes-Williams – Sopran
Dirigent: Gabriel Hollander

Gabriel Hollander
Wir stellen die Solistin vor – Hannah Dienes-Williams
Hannah Dienes-Williams ist eine Sopranistin aus London, die europaweit als Solistin und Ensemblemitglied tätig ist. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf zeitgenössischer Musik. Ihr Masterstudium absolvierte sie mit Auszeichnung an der Royal Academy of Music, wo sie für ihr Abschlussrecital mit dem renommierten DipRAM sowie mit dem Edlee Prize for Singing und dem Edwin Samuel Dove Prize ausgezeichnet wurde. Während ihres Studiums war sie Mitglied des Academy Song Circle, erhielt Förderungen durch den Josephine Baker Trust und wurde in das Glyndebourne Opera Lab aufgenommen. Ihre künstlerische Entwicklung wurde zudem durch das Mentoring von Barbara Hannigan maßgeblich geprägt.

Hannah Dienes-Williams
Zuvor studierte sie am Clare College der Universität Cambridge, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss und den Lester Brough Music Prize erhielt. Einen bedeutenden Meilenstein ihrer Karriere markierte ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen in Luigi Nonos Io, frammento dal Prometeo. Sie arbeitete unter anderem mit der London Sinfonietta, EXAUDI, der English National Opera sowie dem Royal Philharmonic Orchestra zusammen; ihr Repertoire umfasst bedeutende vokale Werke von Mahler, Mozart und Fauré.
In früheren Jahren war sie Stipendiatin des Clare College Choir und leitende Sängerin an der Kathedrale von Guildford, zudem ist sie als Solistin auf mehreren Einspielungen zu hören. Sie arbeitet regelmäßig mit dem Norwegian Edward Grieg Choir, EXAUDI, The Carice Singers, The Facade Ensemble sowie dem österreichischen Ensemble Cantando Admont zusammen. Zu ihren kommenden Engagements zählen eine Konzerttournee in Deutschland sowie eine Zusammenarbeit mit Beat Furrer beim Irish New Music Festival.
Hannah Dienes-Williams ist dem Programm Equilibrium Young Artists zutiefst dankbar, dessen Unterstützung die Vorbereitung auf dieses Konzert ermöglicht hat.
Wir stellen den Dirigenten vor – Gabriel Hollander
Der belgische Dirigent Gabriel Hollander wurde von der internationalen Presse bereits zu Beginn seiner Laufbahn als außergewöhnliches Talent gewürdigt. Kritiken bezeichnen ihn als „Magier des musikalischen Textes“ und heben seine weiten, zugleich hochkonzentrierten Dirigiergesten hervor. Im Jahr 2023 wurde er als einziger Dirigent in das MentoringProgramm der Péter-Eötvös-Stiftung für zeitgenössische Musik aufgenommen – ein bedeutender Meilenstein seiner Karriere.

Gabriel Hollander
Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik, mit besonderer Sensibilität für moderne und neue Werke. Er arbeitete unter anderem mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège, der Opéra de Wallonie, dem Orchestre Royal de Chambre de Wallonie, der Berlin Sinfonietta sowie zahlreichen weiteren europäischen und außereuropäischen Orchestern zusammen. Als musikalischer Leiter engagiert er sich auch in der Gründung neuer Ensembles; zu seinen Initiativen zählt die Gründung des Etesiane Orchestra. Er nimmt regelmäßig an internationalen Wettbewerben und Meisterkursen teil – unter anderem unter der Leitung von Péter Eötvös – und seine künstlerische Laufbahn entwickelt sich dynamisch weiter.
Wir stellen den Komponisten vor – Sebastian Black
Sebastian Black ist ein neuseeländisch-britischer Komponist (1996, Colchester) und zählt zu den markanten Stimmen der internationalen zeitgenössischen Musikszene. Seine Werke wurden von renommierten Institutionen und Festivals aufgeführt, darunter die BBC, das Budapest Music Center, das Concertgebouw, das Ensemble Modern, das Lucerne Festival, die Royal Albert Hall und der WDR.
Seine Ausbildung erhielt er an der Chetham’s School of Music, der Universität Oxford sowie am King’s College London, wo er Schüler von Sir George Benjamin war. Seine kompositorische Laufbahn wurde maßgeblich durch die Teilnahme am Mentoring Programm der Péter-Eötvös-Stiftung sowie an der Lucerne Festival Academy geprägt.

Sebastian Black
Zu seinen jüngsten Arbeiten zählt The Mosaiqe of the Aire, ein Auftragswerk der Mahler Foundation, das im Rahmen des Mahler Festivals 2025 im Concertgebouw uraufgeführt wurde, sowie die Kantate These Harmonious Colonies, die in Köln mit dem WDR Sinfonieorchester und der Chorakademie zur Erstaufführung gelangte. Zu seinen kommenden Projekten gehört ein groß angelegtes Werk für Sopran und Orchester, das im Auftrag der Péter-Eötvös-Stiftung für zeitgenössische Musik entsteht.
Darüber hinaus ist Sebastian Black als Pianist und Dirigent aktiv sowie als Gründungsintendant des Smorgaschord Festivals, das sich experimentellen und innovativen Formen zeitgenössischer Musik widmet.
Förderer und Kooperationen
Die Realisierung von Sebastian Blacks Unmentionable Scenes wird von der Vaughan Williams Foundation sowie vom Programm Equilibrium Young Artists unterstützt.


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Savaria Symphonieorchester Ticketbüro
9700 Szombathely, Rákóczi Ferenc utca 3.
Telefon: +36 94 314 472
E-Mail: laszlone.andrea@sso.hu
Öffnungszeiten: Montag–Freitag 9–14 Uhr
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