Am 8. Mai erwartet das Publikum im Bartók-Saal ein Konzert voller Entdeckungen und großer symphonischer Klangwelten. Beim vierzehnten Konzert des Symphonie-Abonnements des Savaria Symphonieorchesters stehen Werke von Fanny Mendelssohn-Hensel, Zoltán Kovács und Johannes Brahms auf dem Programm. Das Orchester wird von János Kovács dirigiert, Solist des Abends ist der Saxophonist Levente Puskás.
Levente Puskás – Saxophonist
Programm
Fanny Mendelssohn-Hensel: Ouvertüre C-Dur
Zoltán Kovács: Saxophonkonzert (Uraufführung)
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Das Saxophon ist das jüngste Instrument im klassisch-romantischen symphonischen Repertoire – es wurde in den 1840er Jahren von dem belgischen Instrumentenbauer Adolph Sax erfunden – und verfügt daher nicht über ein so großes klassisches Solorepertoire wie seine Pendants unter den Holz- oder Blechbläsern. Deshalb ist es uns eine besondere Freude, an der Entstehung eines neuen Saxophonkonzerts mitzuwirken: Diesmal präsentieren wir das jüngste Werk des Komponisten Zoltán Kovács – übrigens ein ausgezeichneter Fagottist – mit dem Solisten Levente Puskás unter der Leitung des Kossuth-Preisträgers und Meisterdirigenten János Kovács, der oft in Szombathely zu Gast ist.
Kovács János – karmester
Das Programm beginnt mit einer Besonderheit, der Ouvertüre von Fanny Mendelssohn-Hensel, die in den letzten Jahren auf die Konzertpodien der Welt zurückgekehrt zu sein scheint. Der Name kommt nicht von ungefähr: Fanny war die ältere Schwester von Felix Mendelssohn. Brahms’ Symphonie Nr. 1, seit dem berühmten Dirigenten Hans von Bülow auch „Beethovens Zehnte“ genannt, beschließt den zauberhaften Konzertabend Anfang Mai.
Mitwirkende
Solist: Levente Puskás – Saxophonist
Dirigent: János Kovács
Wir stellen den Solisten vor
Levente Puskás, Artisjus-Preisträger, Klarinettist und Saxophonist
Levente Puskás ist Klarinettist und Saxophonist, Universitätsdozent und eine der prägenden Persönlichkeiten der klassischen Saxophonszene in Ungarn. Er unterrichtet an der Fakultät für Musik der Universität Debrecen sowie am Béni-Egressy-Kunstgymnasium in Budapest. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied und Altsaxophonist des Budapest Saxophone Quartet.
Er wurde 1972 in Budapest geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er als Pianist, wechselte später zur Klarinette und erwarb anschließend an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest Diplome als Klarinettist, Klarinettenlehrer und Kammermusiker. Seine Studien setzte er in Paris fort, wo er am Conservatoire unter der Leitung von László Hadady postgradual Kammermusik studierte. Später erwarb er als Schüler von Jean-Pierre Baraglioli ein Diplom als Saxophonlehrer. 2014 promovierte er in Banská Bystrica.
Im Laufe seiner Karriere trat er mit zahlreichen bedeutenden ungarischen und internationalen Ensembles auf, darunter das Budapest Festival Orchestra, das Nationale Philharmonische Orchester Ungarns, das Symphonieorchester der Ungarischen Staatsoper, Concerto Budapest und das Qatar Philharmonic Orchestra. Dabei arbeitete er mit herausragenden Künstlerpersönlichkeiten wie Zoltán Kocsis, Iván Fischer, Ádám Fischer, Péter Eötvös, Heinz Holliger, Leonidas Kavakos und Andrea Rost zusammen.
Er gründete 1995 das Budapest Saxophone Quartet, mit dem er in zahlreichen Ländern der Welt – von Nordamerika bis Japan – konzertierte und bei mehreren nationalen sowie internationalen Wettbewerben Preise gewann. Seit 2001 ist das Ensemble im Auftrag des renommierten Unternehmens Selmer auch international in der Saxophonszene präsent. Das Quartett veröffentlichte bisher zahlreiche Aufnahmen. Zudem realisierte Levente Puskás gemeinsam mit seiner Kammermusikpartnerin Judit Váradi mehrere bedeutende Einspielungen, darunter die Alben „Saxon”, „Tetra” und „Fragments”, auf denen Werke zeitgenössischer ungarischer Komponisten zu hören sind.
Seine künstlerische und pädagogische Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. 1994 gewann er den zweiten Preis beim Klarinettenwettbewerb der Young Artist Competition in Chicago. Später erhielt er Artisjus-Preise sowohl für seine pädagogische als auch für seine konzertierende Tätigkeit. 2008 und 2020 wurde er mit dem Artisjus-Pädagogenpreis für seine herausragende Arbeit in der ungarischen Musikausbildung ausgezeichnet. 2009 erhielt er gemeinsam mit dem Budapest Saxophone Quartet eine Auszeichnung für seine besondere Arbeit im Dienste der zeitgenössischen ungarischen Musik. 2016 und 2022 wurde ihm zudem das Künstlerstipendium der Stiftung für die Kultur Debrecens verliehen.
Besonders bemerkenswert an seiner Laufbahn ist, dass er nicht nur als Interpret, sondern auch als Pädagoge und engagierter Vermittler zeitgenössischer ungarischer Musik bedeutende Arbeit leistet. Er hielt zahlreiche Meisterkurse in Ungarn und im Ausland, und mehrere ungarische Komponisten widmeten ihm Werke.
Wir stellen den Dirigenten vor
János Kovács, Kossuth- und Liszt-Ferenc-Preisträger
János Kovács gehört zu den bedeutendsten Dirigenten des ungarischen Musiklebens. Sein Studium schloss er 1973 an der Franz-Liszt-Musikakademie als Schüler von András Kórodi ab.
Seit 1976 ist seine Laufbahn eng mit der Ungarischen Staatsoper verbunden, wo er als Dirigent tätig war und zwischen 1987 und 1990 als Chefdirigent wirkte.
Internationale Erfahrung sammelte er unter anderem als musikalischer Assistent bei den Bayreuther Festspielen sowie als ständiger und später erster Gastdirigent der Philharmoniker von Tokio.
Als Gastdirigent trat er in zahlreichen Ländern auf und unternahm mit den Ungarischen Nationalphilharmonikern Konzertreisen, unter anderem nach Deutschland und Brasilien.
Sein künstlerisches Schaffen wurde mit zahlreichen renommierten Auszeichnungen gewürdigt, darunter dem Ferenc-Liszt-Preis, dem Kossuth-Preis, dem Prima-Primissima-Preis, dem Artisjus-Preis sowie dem Mittleren Kreuz des Ungarischen Verdienstordens.
Wir stellen den Komponisten vor
Zoltán Kovács – Erkel-Preisträger, Komponist, Fagottist und Dirigent
Zoltán Kovács wurde 1969 in Budapest geboren. Er ist eine vielseitige Persönlichkeit der ungarischen zeitgenössischen Musikszene: Als Komponist, Interpret, Dirigent und Pädagoge ist er gleichermaßen aktiv.
Er begann seine musikalische Ausbildung an der Höheren Schule für Musik „Béla Bartók“, wo er Fagott und Komposition studierte. Später setzte er seine Studien an der Franz-Liszt-Musikakademie fort. Im Fach Fagott waren Gábor Janota und Tibor Fülemile seine Professoren, im Fach Komposition waren es Emil Petrovics und János Vajda. Später erwarb er auch ein Dirigentendiplom.
Zoltán Kovács – Erkel-Preisträger, Komponist, Fagottist und Dirigent
Seine Laufbahn begann früh: Bereits während seiner Studienzeit an der Musikakademie erregte sein erstes bedeutendes Orchesterwerk Kísérőzene (Begleitmusik) fachliche Aufmerksamkeit und wurde 1990 mit dem Preis für ein hohes Niveau des Ungarischen Rundfunks ausgezeichnet. Als Komponist entwickelte er bald eine eigene, klar erkennbare musikalische Welt, in der sichere Instrumentationskunst, eine reiche Klangsprache und ein natürliches musikalisches Denken eine bestimmende Rolle spielen.
Seit 1991 ist er erster Fagottist des Orchesters der Ungarischen Staatsoper. Seine jahrzehntelange Orchestererfahrung hat auch seine kompositorische Arbeit stark geprägt. In seinen Werken sind häufig jene praktische Kenntnis der Instrumente und jene orchestrale Sensibilität spürbar, die er als ausübender Musiker erworben hat.
Sein Œuvre umfasst Orchesterwerke, Vokalwerke, Kammermusik und Solokonzerte. Seine Kompositionen wurden von zahlreichen ungarischen Ensembles aufgeführt, darunter das Symphonieorchester Miskolc, das Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft, die Pannon Philharmoniker, die Philharmoniker Debrecen, das MÁV-Symphonieorchester, die BM Duna Symphoniker, das Symphonieorchester Gödöllő, die Budapester Streicher sowie verschiedene Kammerensembles und Chöre. Seine Werke wurden auch im Ausland, unter anderem in Finnland, Deutschland, Frankreich, Tschechien, Kroatien, Neuseeland und Taiwan aufgeführt.
Für sein Schaffen wurde er mit mehreren renommierten Auszeichnungen gewürdigt: Er erhielt den Artisjus-Preis, den Istvánffy-Benedek-Preis, den Erkel-Ferenc-Preis und den Bartók–Pásztory-Preis. Seit 2013 ist er ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Künste.
Zoltán Kovács engagiert sich auch aktiv im öffentlichen Musikleben. Er ist Mitglied mehrerer Fachorganisationen, hatte kuratorische und lektorale Aufgaben inne und wirkt als Komponist und Dirigent an der Gestaltung des zeitgenössischen ungarischen Musiklebens mit. Auch seine pädagogische Tätigkeit ist bedeutend: Er unterrichtete an der Musikakademie und lehrt seit 2025 Kammermusik an der Béla-Bartók-Fakultät für Musik der Universität Szeged.
Ein wesentliches Element seines kompositorischen Denkens ist der natürliche musikalische Ausdruck, die genaue Kenntnis der instrumentalen Charaktere sowie eine ausgeprägte interpretatorische Perspektive. In seinen Werken betrachtet er die Komposition nicht als abstrakte Konstruktion, sondern als lebendigen, klingenden musikalischen Prozess. Er schreibt Stücke, in denen instrumentales Können, musikalische Form und emotionaler Gehalt eine organische Einheit bilden.
Über das Werk – Zoltán Kovács: Saxophonkonzert (Uraufführung)
Eine der Besonderheiten des Abends ist die Uraufführung des neuen Saxophonkonzerts von Zoltán Kovács. Das Werk entstand auf Anregung des Saxophonisten Levente Puskás, mit dem den Komponisten seit vielen Jahren eine enge fachliche Verbindung und Freundschaft verbindet.
Ein wichtiger Meilenstein ihrer Zusammenarbeit war die 2017 komponierte Rhapsodie, die ebenfalls auf Anregung von Levente Puskás entstand. Das Stück ist seither häufig in Saxophonkonzerten zu hören, wurde auf Tonträger eingespielt und erschien vor Kurzem auch in gedruckter Form beim Verlag Saker Music.
Nach dem Erfolg der Rhapsodie entstand bereits vor Jahren die Idee zu einem neuen Konzertwerk. Die nun zur Uraufführung gelangende, klassisch angelegte dreisätzige Komposition stellt die Vielseitigkeit des Saxophons in den Mittelpunkt. Neben dem energischen, virtuosen Charakter der Rahmensätze zeigt der langsame Satz auch die lyrische, gesangliche Seite des Instruments.
In der Interpretation von Levente Puskás präsentiert das Saxophonkonzert zugleich die Dynamik, den technischen Reichtum und den sensiblen, innigen Klang des Instruments.