Herausragendes Konzerterlebnis und außergewöhnliche Zugabe im Bartók-Saal

Herausragendes Konzerterlebnis und außergewöhnliche Zugabe im Bartók-Saal

Das Konzert Reisen in die Vergangenheit der Savaria Symphoniker fand am 6. Februar im Bartók-Saal mit großem Erfolg statt. Das Publikum begleitete die musikalische Reise von der Romantik bis zur Moderne, die das Programm des Abends bot, durchgehend mit erhöhter Aufmerksamkeit und begeisterter Aufnahme.


Das Konzert begann mit Robert Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale (op. 52). Das schwungvolle und charakterstarke Werk gab die Richtung des Abends vor und schuf die romantische Grundstimmung, an die die späteren Werke sowohl gedanklich als auch emotional anknüpften.

Es folgte György Kurtágs Werk „Ligetis Jahrhundert – Reisen in die Vergangenheit“ (op. 48), bevor sich der Fokus des Abends auf den Solisten verlagerte.


Péter Bársony erhielt mehrfachen Applaus

Der Solist des Konzerts, Péter Bársony, übte eine außerordentliche Wirkung auf das Publikum aus. Seine Interpretation von György Kurtágs Violakonzert wurde mit wiederholtem Applaus bedacht; das Publikum feierte das sensible und zugleich charakterstarke Spiel des Solisten mit lang anhaltender Begeisterung.

Im Anschluss an die Werke Kurtágs kündigte Gregory Vajda an, dass zum Gedenken an Tamás Vásáry ein außerplanmäßiges Werk zur Aufführung gelangen werde. Vor der Pause erklang der vierte Satz von Ernő Dohnányis d-Moll-Symphonie unter Mitwirkung von Péter Bársony zu Ehren des kürzlich verstorbenen renommierten Pianisten.


Stilles Gedenken an Tamás Vásáry

An dieser Stelle des Konzerts gedachten wir in stillem Respekt Tamás Vásáry, einer prägenden Persönlichkeit des ungarischen Musiklebens, dessen künstlerische und menschliche Präsenz bleibende Spuren im Leben unseres Orchesters hinterlassen hat. Der „Künstler der Nation”, Träger des Kossuth- und des Liszt-Ferenc-Preises, Pianist und Dirigent, Inhaber des Ordens des Heiligen Stephan und ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Künste, ist im Alter von 93 Jahren verstorben.

Tamás Vásáry, ehemaliger Chefdirigent des Savaria Symphonieorchesters (2009–2013)

Der Künstler äußerte sich anfangs wie folgt über das Orchester und dessen Zukunft:

„…dass ich hierhergekommen bin, verdankt das Orchester Tamás Mérei. Er ist ein hervorragender Musiker. Ich hörte einen seiner Soloabende und war erstaunt, als ich erfuhr, dass er auch Intendant eines Orchesters ist. Tamás ist ein international renommierter Musiker und zugleich ein guter Manager. Als ich ihn kennenlernte, dachte ich mir, zusammen könnten wir was aufbauen. Auch an kleineren Orten lassen sich große Dinge verwirklichen – dafür gibt es weltweit zahlreiche Beispiele. In den wenigen Tagen, die ich mit dem Orchester verbrachte, stellte sich heraus, dass es weltklasse ist. Mit keinem Budapester Orchester würde ich es tauschen. Wenn dem so ist, dann stimmen bereits zwei Dinge: das Orchester und der Intendant. Szombathely könnte ein Tourismuszentrum sein, in dem Opern zwischen römischen Steinen aufgeführt werden. Das würde der Stadt eine besondere Anziehungskraft verleihen. Ähnliche Orte sind Verona und Salzburg in Italien sowie Miskolc in Ungarn. Kultur darf nicht als Sahnehäubchen oder überflüssiger Luxus betrachtet werden. Kultur ist eine touristische Attraktion – und die gilt es zu nutzen. Heute steht die Oper für die Zukunft der klassischen Musik. Auch Szombathely könnte auf diese Weise zum Standort der internationalen Musikszene werden.“

Tamás Vásáry war von 2009 bis 2013 Chefdirigent des Savaria Symphonieorchesters. Mit seiner Persönlichkeit, seiner Eleganz und seiner tiefen Demut gegenüber der Musik wies er uns allen den Weg. Seine Musik und sein geistiges Vermächtnis leben in unseren Konzerten und in unseren gemeinsamen Erinnerungen weiter.


Nach der Pause schloss das Konzert mit Robert Schumann: 1. (B-Dur) „Frühlings“- Symphonie, op. 38. Der frische, lebensbejahende Charakter des Werkes verlieh dem Abend einen würdigen Abschluss, sodass sich das Konzert auch in seiner emotionalen und stilistischen Dramaturgie zu einem geschlossenen Ganzen fügte.

Foto von Zsolt Mészáros

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