
Das Konzert eröffnete mit der Originalfassung von Modest Mussorgskis Johannisnacht auf dem kahlen Berge (Eine Nacht auf dem kahlen Berge) – ein selten zu hörendes, außergewöhnliches Werk, das sich von der bekannteren Bearbeitung durch Nikolai Rimski-Korsakow deutlich unterscheidet.
Im Anschluss an das Konzert sprachen wir mit Mátyás Antal über seine Eindrücke des Abends:
„Für mich war es fantastisch. Die Konzentration, die Disziplin, die Professionalität, die Aufmerksamkeit, die Präsenz – das Niveau, auf dem die Soli gespielt wurden. Es war ein außerordentlich schwieriges Programm, überdurchschnittlich anspruchsvoll, und wie es in dieser Zeit umgesetzt wurde… ich habe mich sehr gefreut. Auch die herzliche Aufnahme – alles zusammen war wirklich sehr, sehr gut.“

Der Dirigent hob zudem die Besonderheit des Eröffnungswerks hervor:
„Das Interessante an Mussorgski ist, dass dies die Originalfassung eines sehr selten gespielten Werkes ist. Im allgemeinen Bewusstsein lebt die von Rimski-Korsakow bearbeitete Version – diese wird fast immer gespielt. Das Original trägt den Titel Johannisnacht auf dem kahlen Berge und entstand nach Gogol. Eine geradezu horrormäßige Johannisnacht – sehr archaisch, sehr barbarisch, zutiefst russische Musik. Jede Asymmetrie, jede Rauheit ist darin enthalten, die die spätere Bearbeitung geglättet hat.“

Im Zentrum der ersten Konzerthälfte stand William Waltons Cellokonzert – ein Werk von besonderem Tonfall, lyrisch und von tief persönlichem Charakter, das zwischen den gewichtigen Klängen des russischen Repertoires beinahe als „Fremdkörper“ erschien und sich dennoch organisch in den dramaturgischen Bogen des Abends einfügte. Der intime, beinahe erzählerische Charakter des Werkes entfaltete sich in der Interpretation von Ditta Rohmann mit besonderer Intensität: Ihr Spiel war natürlich, leidenschaftlich und unmittelbar, der Klang ihres Instruments wirkte nahezu sprechend.
Auch die persönliche Verbundenheit der Cellistin mit dem Ort und dem Orchester war spürbar: Als wiederkehrender Gast stand sie unter vertrauten Künstlern und in gewachsenen Beziehungen auf der Bühne, was ihrem Spiel eine besondere Sicherheit und Unmittelbarkeit verlieh. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und Bravo-Rufen; als Zugabe erklang ein kurzer, spontan gewählter Ausschnitt aus Benjamin Brittens dritter Cellosuite.

Nach der Pause beschloss Dmitri Schostakowitschs Erste Symphonie den Abend – ein Werk von außergewöhnlicher Reife, das der Komponist im Alter von nur achtzehn Jahren schrieb. In der Interpretation von Mátyás Antal traten die Tiefe und das innere Gleichgewicht des Stücks besonders eindrucksvoll hervor, während das Orchester die musikalischen Charaktere mit großer Konzentration und Sensibilität gestaltete.

Das Konzert fand unter besonderen Umständen statt: Trotz einer mit starkem Wind einhergehenden Wetterfront füllte ein zahlreich erschienenes Publikum den Saal. Das Savaria Symphonieorchester dankt seinen Zuhörerinnen und Zuhörern herzlich dafür, dass sie sich trotz der widrigen Wetterbedingungen auf den Weg gemacht haben und Teil dieses außergewöhnlichen Abends waren.
Der gesamte Abend war von Aufmerksamkeit, Präsenz und Unmittelbarkeit geprägt – sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum. Der lang anhaltende Applaus und die Rückmeldungen machten deutlich: Es entstand eine echte, tiefe musikalische Begegnung zwischen Ausführenden und Publikum.
Foto von Zsolt Mészáros