
Im ersten Teil des Abends erklang Joseph Haydns Die sieben Worte Christi am Kreuz in der Orchesterfassung. Das ursprünglich für eine Karfreitagsliturgie komponierte Werk besteht aus einer Einleitung, sieben meditativen Sätzen und dem dramatisch eindringlichen Schluss Terremoto. Ergänzt wurde die Komposition durch von Pál Mácsai und Máté Hámori gemeinsam ausgewählte ungarische Gedichte, die die spirituellen und menschlichen Ebenen des Abends noch weiter vertieften. Die den biblischen Worten zugeordneten Verse – unter anderem von Gyula Juhász, Attila József, János Pilinszky, Endre Ady, Sándor Márai, Mihály Babits und Sándor Kányádi – stellten mit besonderer Sensibilität eine Verbindung zwischen Musik, Wort und innerem Gehalt her.

Im Zusammenhang mit der Produktion hob Pál Mácsai hervor, dass sich das Werk auch durch unterschiedliche textliche Zugänge erschließen lasse: Früher habe er es bereits mehrfach mit dem Dialogtext von Péter Esterházy aufgeführt. Das Konzert in Szombathely bedeutete für ihn in dieser Hinsicht einen neuen Ansatz, da diesmal Gedichte neben der Musik erklangen – in dieser Form zum ersten Mal. Es seien, so Mácsai, „sehr, sehr kraftvolle, schöne Texte“ zu hören gewesen, die gemeinsam mit der Musik eine geschlossene und tief berührende Wirkung entfalteten.

Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten und dem Orchester war inspirierend: „Sehr gute Musik, sehr gute Gedichte“, betonte er und fügte hinzu, die größte Herausforderung sei es gewesen, die Texte überzeugend und präzise zum rezitieren. Das aufnahmefähige, offene künstlerische Umfeld schuf dafür ideale Voraussetzungen, sodass die Aufführung in besonders konzentrierter und einheitlicher Form verwirklicht werden konnte.
Im zweiten Teil des Konzerts erklang Jean Sibelius’ Siebte Symphonie ein Werk in einem Satz, mit durchgehendem musikalischen Bogen und klarer, zugleich außerordentlich verdichteter Klangsprache. Es zählt zu den außergewöhnlichsten Schöpfungen des Komponisten.
Die Symphonie verlieh dem Abend eine besondere Note, da das Publikum ein selten gespieltes Werk hörte, das aber außerordentlich eindrucksvoll ist.

Auch für den Dirigenten hatte das Konzert eine persönliche Bedeutung: Er kehrte nach mehr als zwanzig Jahren nach Szombathely zurück, wo er zu Beginn seiner Laufbahn bereits das Orchester dirigieren durfte. Die gemeinsame Arbeit fand in einer inspirierenden Atmosphäre statt und die Offenheit der Musikerinnen und Musiker ermöglichte eine vertiefte, konzentrierte Zusammenarbeit. Besonders die Aufführung der Sibelius-Symphonie hinterließ einen starken Eindruck beim Publikum, das dem Werk mit großer Aufmerksamkeit und Offenheit begegnete.
Für Máté Hámori bedeutete das Konzert eine echte innere Bereicherung: Wie er sagte, habe er sowohl vom Orchester als auch vom Publikum viel Zuneigung erfahren, was den Abend für ihn besonders unvergesslich gemacht habe.

Die sieben Worte Christi und Sibelius’ Siebte Symphonie sprechen in unterschiedlicher musikalischer Sprache, und doch verbindet sie eine tiefe innere Verwandtschaft: die Erfahrung von Stille, Aufmerksamkeit, Leiden und Läuterung.
So bot das Konzert vom 2. April mit diesem gedanklichen und musikalischen Bogen nicht nur ein außergewöhnliches Konzerterlebnis, sondern auch eine wahrhaftige innere Reise für das Publikum.
Mit diesem kontemplativen und besonderen Konzert wünscht das Savaria Symphonieorchester allen seinen geschätzten Musikfreunden frohe, friedvolle Osterfeiertage.
Foto von Zsolt Mészáros